Kunstmuseum aan zee Collecties van
de Provincie
West-Vlaanderen en
de Stad Oostende

Das echte „Mu.ZEE imaginaire”

Im Verlauf des ganzen Jahres 2016 wird Patrick Corillon in der Sammlungsausstellung des Mu.ZEE intervenieren. Im Rahmen des Museumsprojekts, das sich für einen starken Dialog zwischen Sammlung, Ausstellung und Gedächtnisforschung einsetzt, finden nacheinander vier Ausstellungen in den vier Jahreszeiten statt. Der Künstler nutzt die Sammlung als Inspirationsquelle und lädt die Besucher in sein erzählerisches Universum ein, in dem Werke aus dem Mu.ZEE und Geschichten aus seinem imaginären Museum aufeinandertreffen. Jede Ausstellung wird in vier Sprachen präsentiert und mit künstlerischen Events innerhalb und außerhalb des Mu.ZEE kombiniert. Das virtuelle Oskar Serti Museum, erzählerische Performances und Veröffentlichungen werden in jeder Jahreszeit den Interventionen von Patrick Corillon Nachdruck verleihen.

Oskar Serti in Oostende

Der erste Teil der Sammlungspräsentation wird den besonderen historischen Kontext der Stadt Oostende in der Zwischenkriegszeit näher beleuchten. In dieser Zeit lebte eine Gruppe von Schriftstellern in Oostende, den dem aufkommenden Nationalsozialismus in Deutschland entfliehen wollten. Unter ihnen befanden sich Stefan Zweig, Joseph Roth, Arthur Koestler und ein gewisser Oskar Serti, ein bescheidener Schriftsteller, der eine enge Beziehung zum kulturellen Leben und dem Museum der Stadt unterhielt. Die Auswahl der Werke aus der Sammlung und die Accrochage spiegeln diese besondere Periode wider und schneiden verschiedene Themen wie  u. a. die Problematik der Moderne an. Sie erhalten in diesem Teil auch die Gelegenheit, das Oskar Serti Museum zu entdecken, dessen Objekte jeden Mittwoch in der Beilage MAD der Zeitung Le Soir und auf der Webseite enthüllt werden.

Die schwebenden Bilder  

Der zweite Teil ist der Bildhaftigkeit und der Sinnlichkeit der Bilder gewidmet und rückt insbesondere unser Verhältnis zu den Farben in den Vordergrund. Er lädt dazu ein, in die Pracht der Bilder einzutauchen. Außerdem befasst sich die Ausstellung mit der Darstellung von Blumen auf den Werken der Sammlung.

Auch wenn dieses Phänomen mit bloßem Augen nicht zu erkennen ist, sind bestimmte, besonders strahlende Gemälde von einer Wolke aus winzig kleinen bunten Staubteilchen umgeben. Die Freunde der Malerei werden oft aufgrund ihrer großen Nähe zu diesen Werken davon bedeckt. Manchmal verbreiten sie die feinen Teilchen durch heftige, lebhafte Gebärden auch in ihrer näheren Umgebung, wenn sie beispielsweise ihren Freunden ein Meisterwerk beschreiben, das sie gerade gesehen haben. (aus dem Buch „Die schwebenden Bilder”)

Dieser Teil wird mit der erzählerischen Performance Die schwebenden Bilder – 60 Minuten, um in den Rahmen zurückzukehren kombiniert. Die Performance findet auf Niederländisch und Französisch statt und wird zuerst in Museumssälen und danach an anderen Orten in Belgien aufgeführt.

Das reine Weiß

Der dritte Teil verwendet bestimmte museologische Probleme als Inspirationsquelle und möchte zum Nachdenken über den Aufbau der Ausstellung anregen: vom Nagel, der die Bilder buchstäblich „trägt”, bis hin zum Weiß der Ausstellungswände, dem vom Kurator entwickelten Parcours bis hin zum Blick des Zuschauers… Das Projekt Das reine Weiß befasst sich mit der wichtigen Frage: Auf welche Weise ist die Ausstellung  ein „Bedeutungsträger”?

Die erstaunliche Geschichte über eine skandinavische Gemeinschaft von Malern und Handwerkern, die im Laufe der Jahrhunderte ein phänomenales Wissen über kalte Farben entwickelt haben und sich in den letzten Jahren auf das Bemalen von Ausstellungswänden in Museen spezialisierten. Die große Besonderheit dieser Maler besteht darin, dass sie sich während der Arbeit Geschichten erzählen, die ihre Bewegungen rhythmisieren und ihnen dabei helfen sollen, ihre Arbeitszeit gut zu organisieren. (aus: „Der absolute Nullpunkt”)

Die erzählerische Performance Der absolute Nullpunkt – 60 Minuten, um ein Spagat zu machen wirft einen besonderen Blick auf die in den Sälen ausgestellten Werke. Sie wird auf Niederländisch und Französisch aufgeführt und dann in anderen belgischen Städten gezeigt.

Im Herzen des Hafens  

Der vierte und letzte Teil des Projekts Das echte „Mu.ZEE imaginaire” befasst sich mit der Gestaltung der Sammlung des Mu.ZEE in Oostende und demzufolge mit den Entscheidungen, die die Konservatoren seit der Gründung des Museums (1885 und 1957 für die Sammlungen des Museums der Schönen Künste von Oostende und der Provinz, 1893 für die Einweihung des Museums der Schönen Künste und 1986 für die des PMMK) getroffen haben. Es wird gezeigt, dass ein Museum nicht nur ein Reliquienschrein für Meisterwerke ist, sondern vor allem jede Periode seiner Geschichte widerspiegelt. Dieser Teil wird auch die Gelegenheit bieten, sich mit der Stadt Oostende selbst zu befassen. Die Besucher können beispielsweise in einem  rekonstruierten imaginären Hotel herumspazieren, in dem Seeleute und Maler ihre Erinnerungen hinterlassen haben. Dass die Stadt auch ein wichtiger Hafen ist, wird anhand einer Sammlung von Exvotos von Seeleuten, sowie der Performance Het Golvenhuis (Das Wellenhaus) näher beleuchtet, die dem Leben, der Geschichte und den Liedern der Seeleute gewidmet ist. Die Performance findet im Kulturzentrum De Grote Post statt.

 

      

 



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01/01/2016 - 31/12/2017
9 €
7,50 € 55+, Gruppen ≥15 pp
1 € 13-26 Jahre alt
Gratis bis zu 12 Jahre