Kunstmuseum aan zee Collecties van
de Vlaamse Gemeenschap
en
Stad Oostende

Ausstellung

Au Fond. Katleen Vinck & Wim Wauman.

Au Fond. Katleen Vinck & Wim Wauman – Zeitgenössische Kunst zwischen Landschaft und Kulisse

Constant Permeke malte von dem Verlangen getrieben, beim Wahrnehmen einer Landschaft seine Gefühle auszudrücken, mit schnellen Pinselstrichen. Auf diese Weise gelang es ihm, seine Umgebung auf ihre Essenz zu reduzieren und die Landschaft mit persönlichen Eindrücken zu bereichern. Heute nähern sich Katleen Vinck und Wim Wauman ihrerseits der Realität aus einer eigenen Perspektive. Beide Künstler denken über das Wesen von Kulissen nach und erheben die „Bühne” zum Thema ihrer Arbeiten. Während Constant Permeke die bestehende Landschaft zugunsten des Ausdrucks manipulierte, konstruieren Katleen Vinck und Wim Wauman selbst eine Landschaft anhand verschiedener Materialien und Requisiten.

Katleen Vinck analysiert die bestehende architektonische Landschaft, indem sie bestimmte Elemente dieser Landschaft rekonstruiert. Sie entwickelt Inszenierungen von Orten, die oft schon eine Art Pastiche sind. Durch die Imitation spontan gewachsener Schöpfungen entstehen Mischformen zwischen Natur und Kultur. Felsige Formationen in Wallfahrtsorten sollen den Eindruck von Authentizität erwecken, obwohl es sich dabei eigentlich um Archetypen handelt, die der Mensch mit wenig Fantasie häufig kopiert. Katleen Vinck fühlt sich aufgrund ihres architektonischen und szenografischen Hintergrunds stark zu derartigen nicht kategorisierbaren Strukturen hingezogen. Ihre Skulpturen und Fotos bewegen sich zwischen Kopie und Original, zwischen autonomem Objekt und Kulisse.

Ein vergleichbares Interesse an der Szenografie lässt sich auch in den jüngsten Arbeiten von Wim Wauman deutlich erkennen. Er verließ den Pfad „der Fotografie als Fenster zur Welt” und beschloss, eigene Plastiken ausgehend von einer „Tabula rasa” zu konstruieren. Er assembliert und fotografiert in seinem Studio Kompositionen aus gefundenen Objekten und Spenden anderer Künstler. Durch den strategischen Einsatz des Studiolichts, die dominante Kameraposition und ein ausgeklügeltes Puzzle aus Objekten und Holztafeln wird die Theatralität dieser Szenografien hervorgehoben. Wim Wauman fasst seine konstruierten Stillleben immer mehr als eigene Entitäten auf. Er experimentiert mit der Übertragung zweidimensionaler in dreidimensionale Arbeiten (und umgekehrt), verwendet handwerkliche Techniken, erweitert seine Kunstwerke mit handgefertigten Versatzstücken, hölzernen Objekten und anderen Requisiten und untersucht auf diese Weise die Grundlage seines kreativen Prozesses, d.h. die intuitive Wechselwirkung zwischen „Denken” und „Machen”.



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26/06/2016 - 13/11/2016