Kunstmuseum aan zee Collecties van
de Vlaamse Gemeenschap
en
Stad Oostende

Ausstellung

WINTRUM FROD / Orla Barry & Els Dietvorst

Ausstellung mit Orla Barry und Els Dietvorst im Mu.ZEE und Permekemuseum.

Orla Barry und Els Dietvorst beschäftigen sich mit Themen wie der menschlichen Interaktion und dem Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Das Oeuvre der beiden Künstlerinnen steht in enger Beziehung zu ihren gesellschaftlichen Erwägungen. Als Ausgangspunkt dient dabei ein nachhaltiger und respektvoller Umgang mit allem, was lebt: Kunst und Leben bilden in ihrer Arbeit eine Einheit. Das Mu.ZEE lädt Orla Barry und Els Dietvorst zu einer Doppelausstellung an zwei Veranstaltungsorten ein: dem Permekemuseum im ländlichen Jabbeke und dem Mu.ZEE in der Stadt Oostende. Das Permekemuseum ist das ehemalige Wohnhaus des Malers Constant Permeke, der eine große Bewunderung für die Landwirtschaft und die Fischerei hatte und aufgrund dessen beschloss, sein Haus mitten in die grüne Landschaft zu bauen. In der Umgebung haben sich inzwischen Villen angesiedelt und es wurde dort auch eine vielbefahrene Straße angelegt und eine Tankstelle eröffnet. Die Kontraste zwischen Natur und städtischem Leben, sowie zwischen Vergangenheit und Gegenwart sind untrennbar mit diesem Ort verbunden und bilden aufgrund der inhaltlichen Beziehung zur Arbeit von Orla Barry und Els Dietvorst einen hervorragenden Kontext für die Ausstellung ihrer Werke.  

Orla Barry und Els Dietvorst begannen 2011 zusammen eine Schafzucht in Irland. Die damit verbundenen organisatorischen und physischen Aufgaben haben die beiden sowohl auf persönlicher, als auch auf künstlerischer Ebene stark beeinflusst. Durch das Leben und auch so manchen Fehlschlag zu lernen, wurde daher zu einem Kernaspekt ihrer künstlerischen Arbeit. Die durch die Zusammenarbeit und die gemeinsame Analyse der Umgebung, aber vor allem auch die praktische Arbeit erworbenen Erkenntnisse lassen sie in ihre Arbeit einfließen, um sie dort zu vertiefen. Orla Barry betreut heute die Herde Lleyn-Schaffe auf dem Hof ihres Vaters weiter. Els Dietvorst rundet ihre individuelle Arbeit mit dieser Ausstellung ab und präsentiert im Mu.ZEE das künstlerische Ergebnis der Erfahrungen, die sie in diesen sieben Jahren gemacht hat.

 

Die Ausstellung „Wintrum Frod“ ist das erste Projekt, bei dem Orla Barry und Els Dietvorst die Arbeiten, die durch ihre Erfahrungen auf dem Bauernhof entstanden sind, präsentieren. Die angelsächsische Übersetzung für „wise in winters“ diente als Titel der Ausstellung und verweist auf das Wissen und die Erkenntnisse, die in extrem kalten Jahreszeiten erworben werden. Alle hier gezeigten Arbeiten sind eng mit der Umgebung in Irland verknüpft. Das Projekt kann gleichzeitig aber auch breiter gefasst und als Nachdenken über die zeitgenössische Hyperkonsumgesellschaft interpretiert werden. Die Schafzucht ist immerhin ein Teil der Marktwirtschaft und folgt der Logik, die damit einhergeht. Die Entwicklung der Lebensmittelproduktion gehört zu den Folgen des kapitalistischen Denkens, das auch ein allgemeineres Gesellschaftsbild prägt. Da wir billige Lebensmittel verlangen, müssen sich die Unternehmen immer weiter vergrößern und effizienter arbeiten, was zur Folge hat, dass das Individuum aus diesem Prozess verdrängt wird. Wissen und Erkenntnisse, die Produzenten durch ihre jahrelange persönliche Beziehung zu ihrer Arbeit entwickelt und weitergegeben haben, werden banalisiert und abgelehnt. Auch die Beziehung zwischen den Verbrauchern und den Nahrungsmitteln verschwimmt, wodurch sich die Kluft zwischen Mensch und Natur ständig vergrößert. Als Reaktion auf diese Entwicklung begeben sich Orla Barry und Els Dietvorst auf die Suche nach verschundenen Kompetenzen - wie beispielsweise das Stammbuchzüchten von Schafen und alte Traditionen in der Fischerei - und verbinden die verschiedenen narrativen Komponenten, sowie die dahinter liegende Symbolik zu individuellen Arbeiten.

Hyperkonsumismus ist die dominante Matriarchin einer destruktiven Herde, die – unterstützt von einem dysfunktionalen Wirtschaftsmodell – Berge von Müll erzeugt und riesige Umweltschäden anrichtet. (John Vidal, „The seven deadly things we’re doing to trash the Planet“, The Guardian, 16.12.2016)

Mit Unterstützung von Culture Ireland und Irish Arts Council.

 



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06/07 - 03/11/2019